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Temple-Grandin-Schule
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Musikpräferenzen

Liebe Schüler*innen & liebes Kollegium der Temple-Grandin-Schule,

wir sind die Klasse 9 / 10 und haben im Rahmen unseres Musikunterrichts im 1. Halbjahr des Schuljahres 2019 / 2020 mit Hilfe einer kleinen Studie an der Temple-Grandin-Schule untersucht, wie und was für Musik sowohl vom Kollegium als auch von den Schüler*innen gehört wird. Nach einer Einführung in das Thema ‚Musikpräferenzen‚ haben wir uns mit folgenden Aspekten näher beschäftigt:

  • Was sind Präferenzen?
  • Historische Entwicklung der Musikpräferenzforschung
  • Methoden der Musikpräferenzforschung und Hörertypologien
  • Einflussfaktoren für die Bildung musikalischer Präferenzen
  • Unterscheidung zwischen verbalen und klingenden Präferenzen
  • Funktionen von Musik in der Jugend

Musikpräferenzen sind keine angeborene Werthaltung, sondern werden durch bewusste und unbewusste soziale Prozesse und Erfahrungen beeinflusst und erworben. Davon ausgehend, fanden wir es spannend die Schule als Ganzes zu betrachten und so die unterschiedlichen sozialen Prozesse und Erfahrungen der jeweiligen Altersklassen zu untersuchen. In diesem Kontext überlegten wir uns sieben Thesen, die wir gerne anhand einer Umfrage überprüfen wollten. Im Anschluss haben wir den euch bekannten Fragebogen im Unterricht entwickelt und in Umlauf gebracht.

Zunächst möchten wir uns vielmals für eure rege Teilnahme an der Umfrage bedanken und euch im Folgenden nun die Ergebnisse unserer kleinen Studie präsentieren. Viel Spaß!

 

Die Klasse 9/10

63

Schüler*innen

Alters- &
Klassenstruktur

74

Kollegium

137

Teilnehmer

Unsere 7 Thesen

These 1

Das Kollegium hört eher aktiv Musik. Die Schüler*innen hören eher passiv Musik.

Basierend auf unseren Überlegungen, nahmen wir an, dass das Kollegium eher aktiv – also vordergründig – Musik hört, wohingegen von den Schüler*innen eher passiv – also hintergründig – Musik gehört wird. In der Auswertung unserer Umfrage wurde unsere Annahme das Kollegium betreffend bestätigt. Bei den Schüler*innen stellte sich jedoch heraus, dass auch diese eher aktiv Musik hören, wenn auch der Unterschied zwischen passiv und aktiv nicht so gravierend ausgefallen ist wie im Kollegium.

These 2

Schlager wird mit zunehmendem Alter beliebter.

In unserer zweite These nahmen wir an, dass das Genre ‚Schlager‘ eher von den älteren Generationen bevorzugt gehört wird. Hier zeichneten sich zwei Interessante Tendenzen ab. Innerhalb des Kollegiums stimmten die Ergebnisse mit unserer These überein. Bei den Schüler*innen kehrt sich diese Tendenzen ins Gegenteil um. Das Genre wird von der 1. Klasse bis zur 6 immer unbeliebter. Hier wären genauere Untersuchungen hinsichtlich einer Unterscheidung zwischen klingenden und verbalen Präferenzen interessant. Im Übrigen stellte sich ‚Schlager‘ als das mit Abstand unbeliebteste Genre heraus. Vor ‚Kinderliedern‘ und ‚Techno / Elektro‘.

These 3

Die Schüler*innen hören Musik eher über das Internet & Radio. Das Kollegium eher über Tonträger.

Dass die Schüler*innen eher Musik über das Internet & Radio konsumieren und das Kollegium eher über physische Tonträger, konnte nicht bestätigt werden. Die Schüler*innen und das Kollegium hören ähnlich viel Musik über das Internet & Radio. Zwar gibt es im Kollegium den Trend, dass die Nutzung des Internets zum Musikhören mit zunehmendem Alter immer weiter in den Hintergrund tritt, allerdings zeichnet sich dies umgekehrt auch bei den Jüngsten an der Schule ab. Die häufigste Nutzung des Internets zum Musikhören findet also in der altersmäßigen Mitte statt. Der Konsum über physische Tonträger verteilt sich relativ gleichmäßig über alle Altersklassen. Insofern fällt die Nutzung über alle Medien hinweg zwischen Kollegium und Schüler*innen interessanterweise recht ähnlich aus. Schüler*innen und das Kollegium zusammen nutzen folgende Medien in der folgenden Reihenfolge mit abnehmender Häufigkeit: Internet > Radio > CD > Schallplatte > Kassette

These 4

Die Schüler*innen sind musikalisch aktiver als das Kollegium.

Unsere vierte These konnte im Rahmen unserer Umfrage bestätigt werden. Die Schüler*innen sind musikalisch aktiver als das Kollegium. Allerdings gibt es bei den Schüler*innen eine sehr viel höhere Anzahl an Enthaltungen. Im Rahmen unserer Klasse gab es einige Diskussionen über die Formulierung in der Fragestellung „musikalisch aktiv“. Wir vermuten, dass das Ergebnis hier ggf. anders ausgefallen wäre, wenn wir die Frage anders formuliert hätten. Denn die Hürde zu behaupten man wäre musikalisch aktiv, ist eventuell im Kollegium höher als bei den Schüler*innen. Beide Gruppen zusammengenommen gibt es – bei 10 % Enthaltungen – circa 21 % aktive Musiker an der Schule.

These 5

Den Schüler*innen gefallen Kinderlieder besser als dem Kollegium.

Dass Kinderlieder den Schüler*innen besser gefallen als dem Kollegium konnte nicht bestätigt werden. Interessanterweise hat sich genau das Gegenteil herausgestellt: Dem Kollegium gefallen Kinderlieder besser als den Schüler*innen. Dies könnte zum einen an dem Wunsch der Schüler*innen liegen sich sobald wie möglich von diesem Genre zu distanzieren und sich eher für andere und ‚erwachsenere‘ Genres zu interessieren. Gut im Diagramm sichtbar: Während in der Klasse 1 bis 3 das Genre noch einigermaßen beliebt ist, schrumpft dieser Wert in den höheren Klassen bis auf 0%. Im Kollegium gibt es mehr Zustimmung bzw. deutlich mehr ‚Teils, teils‘- Abstimmungen. Wir dachten uns, dass dies zum einen daran liegen könnte, dass es zur Identitätsbildung nicht mehr so entscheidend ist, sich von diesem Genre abzugrenzen und zum anderen hört man ggf. wieder mehr Kinderlieder, wenn man selbst Kinder hat und schöne Momente damit verbindet.

These 6

Die Schüler*innen hören mehr Musik als das Kollegium.

In unserer sechsten These nahmen wir an, dass die Schüler*innen an einem typischen Tag mehr Musik hören als das Kollegium. Dies konnte im Rahmen der Umfrage nicht festgestellt werden. Es hält sich in etwa die Waage. Während das Kollegium im Bereich „Eine bis drei Stunden“ überwiegt, hören mehr Schüler*innen über drei Stunden Musik an einem typischen Tag. Hier schließt sich nun auch die Überlegung an, wie die Frage verstanden wurde; also als aktiver oder passiver Musikkonsum. Über beide Gruppen hinweg hört die Hälfte der Personen der Schule bis zu einer Stunde, 28% zwischen einer und drei Stunden und knapp 9% mehr als drei Stunden Musik am Tag.

These 7

Die Bedeutung von Musik sinkt mit zunehmendem Alter.

Unsere Annahme, dass die Bedeutung von Musik mit zunehmendem Alter abnimmt, konnte nicht bestätigt werden. Im Gegenteil nimmt die Bedeutung sogar zu. Allerdings fehlt uns hier die für diese Frage ggf. entscheidende Altersspanne von 14 bis 30 Jahren. Genau in diesem Teil würden wir aufgrund der herausragenden Funktion von Musik in diesem Alter die höchsten Werte für die Bedeutung von Musik erwarten. Über alle Altersklassen hinweg schreiben 45% der Musik eine sehr wichtige Bedeutung in ihrem Leben zu, 31% ein wichtige, 16% eine neutrale und 2% eine unwichtige.

Alle Daten auf einen Blick

Wie euch die genannten Musikgenres gefallen haben.
Wie lange Ihr an einem typischen Tag Musik hört.
Wie häufig Ihr in den genannten Situationen Musik hört.
Wie viele von euch derzeit als Musiker aktiv sind.
Über welche Medien Ihr Musik hört.
Wie wichtig Musik in eurem Leben ist.